Biene fliegt auf Blume zu. Gelber Hintergrund.

Warum sterben die Bienen und was bringt es uns, sie zu schützen?

5 min
Nicolas Quénard

……….Bssssss 🐝

Innerhalb von 20 Jahren ist das Bienensterben von 5% auf… angestiegen.
  • 15%
  • 30%
  • 50%

Bienen sind wichtig für Natur und Mensch

Bienen sammeln Pollen und bestäuben damit ganz viele Pflanzen, damit diese Früchte bilden und sich fortpflanzen können. Ihr Job ist sehr wichtig für alle Lebewesen der Erde: Bienen ermöglichen die Fortpflanzung von 80% der weltweiten Pflanzenarten und gewährleisten ein Drittel der Welternährung!

Ohne die Bestäubung müssten wir auf viele Lebensmittel verzichten: Äpfel, Birnen, Karotten, Zwiebeln, Brokkoli, Melonen, Kaffee… Danke, liebe Bienen!

In China arbeiten menschliche Bienen daran…
  • Bienenstöcke zu erhalten
  • Die Bestäubung von Hand zu übernehmen
  • Einen Honigersatz zu erfinden

Warum verschwinden die Bienen?

👉 Wegen der Pestizide

Auch Pflanzenschutzmittel* genannt → Sie werden eingesetzt, um landwirtschaftliche Kulturen vor Unkraut, Pilzen, Parasiten und bestimmten Insekten zu schützen. Darunter leiden aber auch die Bienen.

Vor allem Neonikotinoide schaden ihnen. Das Insektizid beeinträchtigt das zentrale Nervensystem der Bienen. Sie verlieren die Orientierung und finden den Weg zu ihrem Stock nicht mehr.

Seit 2018 sind diese Mittel in der EU verboten, doch außerhalb Europas werden sie weiterhin verwendet. Deshalb zahlt sich die Herstellung immer noch aus. Zwischen September und Dezember 2020 wurden ca. 3900 Tonnen Produkte mit Neonikotiden zum Export angemeldet.

"Das reicht aus, um die Agrarfläche Frankreichs komplett einzuspritzen.” - Carla Hoinkes von Public Eye


Die größtenteils in Frankreich, Belgien und Deutschland produzierten Giftstoffe kommen oft durch importiertes Obst und Gemüse zu uns zurück und könnten auch dem menschlichen Nervensystem schaden.

👉 Nicht genug Nahrung

Die pflanzliche Biodiversität nimmt ab (und damit auch die Nahrungsquellen der Bienen), die Landwirtschaft wird intensiver und bevorzugt Pflanzen, die alle zur gleichen Zeit blühen… Der Zeitraum, in dem die Bienen keine Blüten anfliegen (und Pollen sammeln) können, wird jedes Jahr länger.

Und das, was zur Nahrung übrig bleibt, ist oft mit Pestiziden vergiftet, sodass sie dennoch absterben.

Ohne gesammelten Blütennektar können sie keinen Honig herstellen. Das ist deshalb so schlimm, weil er normalerweise auch die folgenden Generationen ernährt. Wenn wir Menschen uns also an den Nahrungsreserven bedienen und zusätzlich noch einen Teil für unser Honigbrot klauen, sieht es ziemlich schlecht für die Bienen aus.

👉 Was bringt die Imkerei?

Die Bienenzucht ist einerseits hilfreich, andererseits aber auch schädlich für die Bienen.

Es gibt zwei verschiedene Kategorien, in die Bienen eingeteilt werden:

- Honigbienen
- Wildbienen

Beide konkurrieren miteinander um die Nahrung. Da es durch die Imkerei immer mehr Honigbienen gibt, nehmen sie alle Blüten ein. Die Wildbienen bekommen immer weniger zu Essen ab, sodass der Bestand immer kleiner wird.

Dabei sind Zuchtbienen eigentlich anfälliger und sind weniger gut an die neuen Lebensbedingungen angepasst. Warum? Weil manche Imkerei-Methoden sie schwächen:

  • Da sie in Bienenstöcken eng beieinander leben, sind Honigbienen stärker von Krankheiten/Parasiten bedroht.

  • Der Import von Bienenköniginnen aus anderen Ländern (um den Schwarm zu vergrößern) schwächt die Bienen → Die verschiedenen Bienenarten vermischen sich unkontrolliert → Die DNA der Bienen verändert sich, sodass sie nicht mehr gut an ihre Umwelt angepasst sind.

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🧐 Und jetzt?

  • Bienenstöcke anlegen, die nicht zum kommerziellen Abbau von Honig dienen, sondern sie schützen (wäre das nicht etwas für deinen Garten?).

  • Wenn sich ein Bienenschwarm in deiner Nähe niederlässt, kannst du einfach (irgend-)eine:n Imker:in rufen, die/der ihn mitnimmt und damit die eigenen Stöcke füllt. Du solltest aber schnell sein, denn sobald die Bienen es sich zu gemütlich gemacht haben, ist es seeehr schwierig, sie von dort wegzuholen.

  • Bäume pflanzen, die von Bienen besucht werden. Zum Beispiel Obstbäume, Kastanien, Linden, Ahorn, Weiden…

  • Bienen lieben auch: Bärlauch, Klee, Sonnenblumen, Lavendel, Rosmarin und Thymian…

  • Damit sie auch außerhalb der regulären Blütezeit etwas zu futtern haben, können Pflanzen helfen, die in Asien oder Nordamerika beheimatet sind.

  • Funfact: In der norwegischen Hauptstadt Oslo gibt es sogar eine Autobahn für Bienen! Die freien Flächen neben der normalen Autobahn sind zu langen Blumenflächen geworden. Das Paradies für Bienen!
MEHR ZUM THEMA - Schützen Imker:innen die Bienen?

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👀 Quellen

Documentaire - Être avec les abeilles (2021)
CNRS - Pourquoi les abeilles disparaissent
ANSES - La santé des abeilles
We Demain - Dix solutions simples pour sauver les abeilles, espèce en voie d’extinction
Tagesschau - Neonikotinoide: Exportiertes Gift kommt über Obst zurück

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Nicolas Quénard
The Lizard King