Eine Hand hält einen Blumenstraß

Blumenstrauß und Klimawandel? So geht nachhaltiges Blumen Verschenken!

3 min
Pauline Vallée
  • 85% aller Blumen im Handel werden in fünf Ländern produziert (in den Niederlanden, Kolumbien, Ecuador, Kenia und Äthiopien)
  • Blumen sind sehr empfindliche Produkte. Sobald sie abgeschnitten werden, verlieren sie 15% ihres Werts pro Tag. Deshalb reisen sie sehr schnell (= im Flugzeug) von den Produktionsländern in die Länder, in denen sie verkauft werden.
  • Mehrere Studien zeigen außerdem, dass kommerzialisierte Blumen große Mengen an Pestiziden enthalten*.

Dein schöner Blumenstrauß ist wahrscheinlich nicht sehr gut für die Umwelt.

Um etwas dagegen zu tun, fördert die Bewegung Slow Flower Blumen, bei dessen Anbau die Umwelt und die Interessen der Arbeiter:innen berücksichtigt werden. Ein paar Tipps, um mitzumachen:

Tipp Nr. 1 - Saisonal kaufen

Genau wie beim Gemüse haben Blumen verschiedene Saisons. Jede Blumenart blüht zu einer bestimmten Zeit im Jahr.

Rosen sind zum Beispiel eher Sommerblumen. Kaufst du sie im Februar, sind sie

  • entweder in einem warmen Land am anderen Ende der Welt
  • oder in Treibhäusern

gewachsen.

Option 1 ist sogar etwas weniger klimaschädlich als Option 2, doch der Energieverbrauch ist in jedem Fall alles andere als top (und damit der CO2-Ausstoß und daher die Klimaerwärmung).
Als Geschenk oder als eigene Deko, nimm lieber Blumen, die gerade Saison haben!

Tipp Nr. 2 - Lokal kaufen

Woher kommen ⅓ der in Europa verkauften Rosen?
  • Rumänien
  • Kenia
  • Vereinigte Staaten

Du weißt bestimmt schon, worauf wir hinaus wollen → Nachdem du die Blumenart je nach Saison gewählt hast, solltest du auch darauf achten, dass ihr Anbauort nicht zu weit weg ist. Das hat viele Vorteile:

  • Den CO2-Fußabdruck deines Blumenstraußes verkleinern (durch kürzeren Transport)
  • Lokale Arbeitsplätze unterstützen
  • Die Blumenarten deiner Region kennenlernen! (Die sind bestimmt besonderer als ein langweiliger Rosenstrauß)

Um herauszufinden, wo du gute Blumenläden in deiner Nähe findest, schau doch mal bei der Slow Flower Bewegung (für Deutschland, Schweiz und Österreich), dem Collectif de la Fleur Française (für Frankreich) oder den Belgium Slow Flowers (für Belgien) rein.

In ein paar deutschen Städten werden einige Blumen auch mit dem Siegel “Ich bin von hier” markiert, das aussagt, dass sie maximal 100-150 Kilometer entfernt kultiviert wurden.

Tipp Nr. 3 - Verantwortungsvoll kaufen

Auch hier können Siegel dir dabei helfen, Blumen auszusuchen, die bestimmte ökologische und/oder ethische Anforderungen einhalten.

Tipp Nr. 4 - Selbst anbauen

Wenn es darum geht, die Anbaumethoden, Arbeitsbedingungen oder Transportwege nachzuverfolgen, ist selber anbauen einfach unschlagbar. Und wie sweet wäre es, einen Blumenstrauß aus eigenen Blumen zusammenzustellen? Wenn du das Glück hast, einen eigenen Garten/ Balkon/ Terasse zu haben, dann let’s go in die Gartenarbeit!

Für diejenigen unter euch, bei denen sogar Kakteen eingehen, empfehlen wir, hilfreiche Videos wie z.B. von Tristan rockt den Garten oder Shifting Roots anzusehen, oder bei Instablogs wie Der Gartencoach vorbeizuschauen.

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🔍 Was bedeutet…

Pestizid: Chemisches Produkt, das in der Landwirtschaft verwendet wird, um Pflanzenkulturen vor Schädlingen und Krankheiten zu schützen.

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👀 Quellen

Ademe
BBC
Europäische Kommission
The Flower Artisan
The Goods Goods
The Guardian
Union Fleurs
Vox
International Journal of Environmental Research and Public Health
Greenpeace

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Pauline Vallée
Nachbarin von Totoro